Sternbild Bärenhüter

Sternbild Bärenhüter (Boötes) mit dem hellsten Stern Arcturus
Sternbild Bärenhüter · hellster Stern ArcturusSternbild im Sternregister anzeigen

Steckbrief

Lateinischer Name
Boötes (Boo)
Hellster Stern
Arcturus (α Boo)
Relative Helligkeit
-0,04 mag
Hipparcos-Katalog
HIP 69673
Fläche
907 deg² (Platz: 13 von 88)
Rektaszension
13h 35m 49s bis 15h 49m 28s
Deklination
+7° 21' 38'' bis +55° 02' 42''
Nachbarsternbilder
Drache, Großer Bär, Jagdhunde, Haar der Berenike, Jungfrau, Schlange (Kopf), Nördliche Krone, Herkules

Sichtbarkeit

NordhimmelBerlin
SüdhimmelSydney
sichtbarteilweise sichtbarnicht sichtbar22 Uhr Ortszeit, an mindestens einem Tag im Monat

Das Sternbild Bärenhüter

Der Bärenhüter ist ein Sternbild der nördlichen Hemisphäre. Sein hellster Stern α Bootis trägt den griechischen Namen Arcturus (Bärenhüter). Er ist der hellste Stern des Nordhimmels und der vierthellste des gesamten Firmamentes. Im Norden des Bärenhüters, zum Drachen hin, lag früher das Sternbild Mauerquadrant (1795 von Lalande eingeführt). Nach ihm heißen bis heute die Quadrantiden, ein Sternschnuppenstrom Anfang Januar.

Der Bärenhüter wird auch Rinderhirte oder Ochsentreiber genannt; schon der griechische Name Boötes bedeutet „Ochsentreiber“. Auch die alten Römer sahen in den sieben Sternen des Großen Wagens im Sternbild Großer Bär sieben Pflugochsen und im Nachbarsternbild deren Treiber. Die Engländer sehen im Großen Wagen bis heute einen Pflug und daneben den Pflüger. Durchgesetzt haben sich bei diesem Sternbild allerdings die alten Griechen: Sie sahen in den sieben Sternen einfach nur das Hinterteil des Bären und im Nachbarsternbild den Bärenhüter.

Mythologie

Der griechischen Mythologie nach verkörpert Boötes Ikarios, den Begründer des Weinbaus. Dieses Wissen lehrte ihn Dionysos, der Gott des Weines, höchstpersönlich. Auf einer seiner Wanderungen kehrte Dionysos bei Ikarios ein. Die angebotene Ziegenmilch lehnte er dankend ab und ließ Ikarios stattdessen seinen selbstangebauten Wein kosten. Da Ikarios ein begnadeter Gärtner war, beschloss Dionysos, ihn in die Kunst des Weinbaues und der Weinzubereitung einzuführen. Danach zog Ikarios mit seinem Hund Maira durch die Lande, um das Getränk beim Volk bekannt zu machen. Dabei stießen sie auf eine Gruppe von Hirten, denen Ikarios wohlwollend etwas von seinem Trank anbot. Die Hirten waren den Alkohol nicht gewohnt und wurden schnell betrunken und besinnungslos. Ihre Kameraden glaubten, sie seien vergiftet worden, töteten Ikarios und vergruben ihn unter einem Baum. Sein Hund Maira rannte winselnd nach Hause zu Erigone, der Tochter des Ikarios, und führte sie zum Grab ihres Vaters. In ihrer Verzweiflung nahm sich Erigone das Leben, und auch Maira starb an seinem Kummer. Eine alternative Sage ähnelt der Mythologie des Sternbildes Großer Bär. Der Göttervater Zeus schwängerte Kallisto, die ihm den Sohn Arkas gebar. Hera, die eifersüchtige Ehefrau des Zeus, verwandelte Kallisto daraufhin in einen Bären. Als Kallisto später auf Arkas traf, der inzwischen zum Jäger herangewachsen war, verhinderte Zeus in letzter Sekunde, dass Arkas seine Mutter in Bärengestalt tötete. Kallisto wurde als Sternbild Großer Bär an den Himmel versetzt und ihr Sohn Arkas wurde, je nach Mythologie, als Kleiner Bär oder als Bärenhüter verewigt.